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Im Frühjahr 2016 trat Frau Dr. Birgit Balkenhol (Senckenberg Museum für Naturkunde) an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Görlitz mit einem Anliegen heran. Es ging um die Erhaltung von Lebensräumen der Großen grauen Flussuferwolfsspinne (Arctosa cinerea). Innerhalb kürzester Zeit hatte Sie unsere Begeisterung für dieses Tier geweckt. Zur „Ersten Hilfe“ fand im Herbst ein Einsatz der ehrenamtlichen Naturschutzhelfer und Mitarbeitern von Senckenberg statt. Anschließend entstand ein Projektantrag, welcher auch bewilligt wurde. Die Flussuferwolfsspinne ist eine streng geschützte Art nach Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung. Im Freistaat Sachen kommt die, vom Aussterben bedrohte, Spinnenart nur noch an wenigen Standorten vor. Ihr Lebensraum beschränkt sich auf Kies- und Sandbänke an Fließgewässern, die vor allem durch regelmäßige Hochwasserereignisse geschaffen werden. Diese finden wir an der Neiße leider nur noch sehr selten, da der intensive Ausbau des Gewässers durch den Menschen die natürliche Gewässerdynamik empfindlich stört.

Nach den Kartierergebnissen von Frau Dr. Balkenhol kristallisierten sich vier Kiesbänke mit Vorkommen heraus. Im Projekt werden zwei davon bearbeitet. Inhalt dessen ist es, möglichst schonend, die Kiesbänke manuell vom Bewuchs zu befreien und möglichst dauerhaft freizuhalten. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre ab 2018. Es wird wissenschaftlich durch Frau Dr. Balkenhol begleitet, um auch eine Erfolgskontrolle zu gewährleisten.

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Umsetzungsphase 1
:  06.04.28.05.2018 und Herbst 09.1011.10.2018
Der Beginn der Arbeiten erfolgte Anfang April 2018 an der Neiße, (Standort 1: Sandbank Nieder-Neundorf) in der Nähe von Rothenburg und sie wurden Mitte Juni, (Standort 2: Sandbank Ungunst) für dieses Jahr abgeschlossen. Die Nachsorge der Arbeiten erfolgte im Oktober 2018.




Die offengelegten Sand-
bzw. Kiesbänke wurden stellenweise innerhalb eines Tages durch die Spinnen angenommen und neu besiedelt. Dies zeigt den Erfolg der Artenschutz-maßnahme.

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Umsetzungsphase 2
:  01.04.–17.06.2019
Ab Anfang April 2019 wurden beide Sandbänke in der 2. Umsetzungsphase bearbeitet.


 
Die Sandbank Nieder-Neundorf zu Beginn der 2. Umsetzungsphase. Die Flächen konnten auch 2019 nur sehr mühsam von der Vegetation befreit werden. Teilweise musste bis zur doppelten Spatenlänge gegraben werden, um alle unterirdischen Pflanzenteile entfernen zu können. Vor allem das Rohrglanzgras bildete ein sehr dichtes Wurzelwerk aus, das nur mühsam beseitigt werden konnte.
 
 
Die Arbeiten kamen im sehr trockenen April sehr gut voran. Erste Spinnen siedelten sich bereits wieder auf den offenen Flächen an – sichtbar an den Holzstöcken, die die Wohnröhren markieren. Freigestellte Flächen wurden durch die Spinnen in kürzester Zeit, wie im Vorjahr, angenommen.
 
 
Mit dem nasskalten Mai gestaltete sich die Bearbeitung der Sandbank als sehr schwierig. Durch die zum Teil starken Niederschläge im Einzugsgebiet der Neiße kam es zu zwei größeren Überschwemmungen. Der größte Teil der Sandbank, auch die Zuwegungen, standen unter Wasser. Dies führte zu erheblichen Einschränkungen in der Bearbeitung.
Der letzte Arbeitstag auf der Sandbank am 31.05.19 (Bild rechts). Es sind deutlich die Spuren der Überschwemmung zu sehen. Leider wurde nicht, wie erhofft, Vegetation durch das Wasser davon gerissen – dafür war die Schleppkraft des Hochwassers noch zu gering. Auf den überfluteten Flächen hat sich eine feine Sedimentschicht abgelagert.
 
 
Bild links: Die Sandbank Ungunst zu Beginn der 2. Umsetzungsphase. Die Fläche wurde zu besseren Begehung erst einmal gemäht, bevor mit dem Ausstechen des Wurzelwerks begonnen werden konnte.
Bild rechts: Einige Bereiche mussten noch stehen gelassen werden. In Senken befanden sich noch restliche Wasserlachen von den Überschwemmungen im Mai.
 
 
Bild links: Blick auf die Pflegefläche des Vorjahres. Im Zuge der Arbeiten wurde diese auch mit gemäht.
Bild rechts: Finaler Arbeitsstand Mitte Juni mit Blick nach Norden entlang der Neiße.

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