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Beim Hofeberg Leuba (Ausgangslage 2019) handelt es sich um einen wertvollen Biotopkomplex mit einem artenreichen Halbtrockenrasen im Übergang zu mageren Frischwiesenbereichen. Diese Strukturen sind von Rosenbeständen durchzogen. Randbereiche zum ehemaligen Steinbruch verbuschen zunehmend und erschweren u.a. die Beweidung durch Schafe. Weiterhin drohen wertvolle lebensraumtypische Arten wie Steppenfenchel (Seseli annuum), Berg-Klee (Trifolium montanum) oder auch Golddistel (Carlina vulgaris) in diesen Bereichen durch Beschattung, aber auch Verbrachung, zu verschwinden. Verbrachung erfolgt im Schwerpunkt an Stellen, die nicht mehr von den Schafen beweidet werden können, aufgrund zu dichter Gehölz- und Reitgrasbestände, die von den Tieren nicht durchdrungen bzw. gemieden werden.
Durch ehemalige Steinbrucharbeiten ist eine naturnahe Felsbildung entstanden, die ebenfalls durch aufkommenden Gehölzwuchs zunehmend beschattet wird.
Ziel war es, die Bereiche des Biotopkomplex zu entbuschen und somit die wertvollen Bereiche des Halbtrockenrasen, der Mageren Frischwiese und der naturnahen Felsbildungen in ihrer Entwicklung und dem zugehörigen wertvollen Arteninventar zu fördern. Mit der Entbuschung sollen auch wieder Offenlandbereiche zugänglich für die Beweidung gemacht werden.

              Umsetzung 2020 (Mai - August)

Die Umsetzung gliederte sich in
mehrere Teilabschnitte, die
nachfolgend erläutert werden.










> Karte mit Übersicht (groß)







Im Norden wurde ein ca. 300m langer Gehölzstreifen entlang der Feldblockgrenze auf ca. 5m Breite entfernt. Hier soll wieder dem Schafhalter die Möglichkeit gegeben werden, die Herdenschutzzäune bis an die Feldblockgrenze zu stellen. Im Bild ein Abschnitt des freigestellten Streifens – Teile des anfallenden Gehölzschnittes wurde als Benjeshecke gelegt, ein Teil abtransportiert.  


 
 Gleiches gilt im Süden
 entlang der Oberkante
 des Steinbruches West.
 Hier wurden auf ca. 2m
 Breite ebenfalls Gehölze
 auf ca.125m Länge entfernt,
 um eine Beweidung bis an
 die Kante zu ermöglichen.



Im Osten wurde bei Überhältern selektiv Äste entlang der Oberkante des Steinbruches Ost entfernt, die wertvolle Bereiche des Halbtrockenrasen beschatteten.



 Zusätzlich wurde eine
 kleine Gehölzinsel, ganz
 im Osten der Projektfläche,
 komplett entfernt, um
 möglichst eine ganztägige
 Besonnung der wertvollen
 Grünlandstrukturen zu
 ermöglichen.



Durch die Gehölzentfernung konnten bereits im Anschluss an die Arbeiten die Weidezäune bis an die Steinbruchkante gesetzt werden.



 Blick von Ost nach West 
 über die Steinbruchsohle
 vor Beginn der Maßnahme.
 Dieser Bereich stellte den
 aufwändigsten
 Pflegeabschnitt dar, da
 dichtes Stangenholz auf
 ca. 3000m² entfernt
 werden musste.



Der gleiche Bereich, von der ungefähr gleichen Position wie im vorherigen Bild, ca. zur Halbzeit der Arbeiten.



 Die Steinbruchsenke mit
 Abschluss der Arbeiten.
 Blick nach Westen auf
 die freigestellten
 Felsformationen.



An gleicher Stelle der Blick nach Westen. Die Felskante bekommt nun wieder volles Licht und bietet somit wärmeliebenden Arten deutlich verbesserte Bedingungen. Um die Fläche dauerhaft offen zu halten, wurde mit dem Flächennutzer gesprochen, ob die Beweidung auf diesen Bereich ausgeweitet werden kann.

Nachfolgend eine kleine Auswahl von Profiteuren dieser Biotopsanierung:

Bild links: Der Bergklee. Die Art ist vom Aussterben bedroht und findet am Hofeberg einen der letzten Rückzugsorte in Sachsen.
Bild rechts: Die Golddistel ist in Sachsen gefährdet und benötigt trockene und offene Magerrasen.
Bild unten: Der Braunstielige Streifenfarn profitiert von der Freistellung der Steinbruchkante. Er ist in Sachsen gefährdet.

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