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Seit Januar 2021 läuft im Landkreis Görlitz das B.2 - Artenschutzprojekt „Erfassung der Flussuferwolfsspinne und Erhalt zweier Lebensstätten im Landkreis Görlitz“, das in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Görlitz eine Fortsetzung des Altprojektes „Erhaltung und Schaffung potentieller Lebensräume für die Flussuferwolfsspinne“ darstellt. Das Projektende ist im Juni 2023 geplant.

Hauptziel des Projektes ist eine möglichst flächendeckende Erfassung aller Vorkommen der Flussuferwolfsspinne (Arctosa cinerea) im Landkreis Görlitz. Kartierungsschwerpunkt liegt hier an der Neiße. Weiterhin sollen aber auch Sekundärstandorte, wie u.a. Kiesgruben oder auch Strände an Stillgewässern auf mögliche Spinnenvorkommen untersucht werden. Hierzu werden bereits bekannte Vorkommen aufgesucht und aktualisiert. Bisher unbekannte Lebensräume sollen neu erfasst und aufgenommen werden. Bei Bedarf sind für diese Pflegeempfehlungen zu formulieren.
Die Ergebnisse zu dieser Erfassung werden künftig an dieser Stelle veröffentlicht werden.
Dazu ist vorgesehen, durch Kartierungen und Zusammenfassungen der Beobachtungsergebnisse fachlich fundierte Aussagen zum Bestand der Flussuferwolfsspinne im Landkreis Görlitz zu treffen und den weiteren Handlungsbedarf zu deren Schutz abzuleiten.

Bei Handlungsbedarf sind Lösungs-vorschläge zu erarbeiten, die mit technischen oder anderen Mitteln zum Erhalt der Lebensstätten beitragen. Zusätzlich werden zwei Sandbänke mit Vorkommen der Spinnenart durch praktische Maßnahmen freigehalten.
2021 erfolgt für diese zwei Lebensstätten der Flussuferwolfs-spinne bei Ungunst und Nieder-Neundorf eine gezielte Bearbeitung mit Entfernung der Vegetation.
Damit sollen diese lokalen Vorkommen erhalten und gestärkt werden.

Die Erfassung der Flussuferwolfsspinne erfolgt durch Frau Dr. Balkenhol (Senckenberg Museum für Naturkunde), die auch die praktischen Arbeiten an den Sandbänken fachlich betreut. Das Projekt wird in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreis Görlitz umgesetzt.

Zwischenbericht zu den Ergebnissen der Kartierungen und den Ergebnissen der praktischen Arbeiten im Jahr 2021

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Umsetzungsphase 2
:  September 2021

          ~> Sandbank Nieder-Neundorf

Bild links: Anfang September bot sich auf der Sandbank Nieder-Neundorf ein erschütterndes Bild. Der regenreiche Sommer hat ein massives Wachstum vor allem annueller Pflanzenarten gefördert. Offene Sandflächen waren nur noch kleinflächig am Neißeufer zu finden.
Bild rechts: Für die Pflege war nur eine Woche veranschlagt worden. Ziel war es, innerhalb der kurzen Zeitspanne so viel Offenfläche wie möglich zu schaffen. Ein erster Arbeitsschritt war eine großzügige Mahd mit Freischneider des größten Teiles der Sandbank.
Bild links: Das anfallende Mahdgut wurde beräumt und entsorgt.
Bild rechts:
Um möglichst viel offene Sandbankstrukturen innerhalb der kurzen Zeitspanne zu erhalten, wurde sich in Abstimmung mit Frau Dr. Balkenhol zum Einsatz einer Bodenfräse entschieden. Hiermit konnten vergleichsweise viel offene Flächen in knapp einer Woche geschaffen werden. Unter Abwägung der Vor- und Nachteile entschied man sich für den Einsatz der Fräse auf den Bereichen, die komplett von der Vegetation überwuchert waren. Offene Sandbankbereiche wurden gemieden und nur schonend von der Vegetation freigestellt. Hierzu erfolgten wieder Vorabkontrollen auf Spinnenröhren.

          ~> Sandbank Ungunst

Bild links: Anfang September bot sich auf der Sandbank Ungunst ein ähnliches Bild wie in Nieder-Neundorf. Die im Frühjahr geschaffenen offenen Sandbereiche waren schon wieder sehr stark von der aufgekommenen Vegetation bedrängt. Der niederschlagsreiche Sommer hat deren Wuchs sehr stark gefördert.
Bild rechts: Auch hier wurde zuerst die Sandbank flächendeckend gemäht und beräumt.



Mithilfe einer Bodenfräse konnte über die Hälfte der Sandbankfläche von Vegetation befreit werden. Der eindrucksvolle Erfolg dieser Maßnahme wird auch für die künftigen Vorhaben eine wichtigere Rolle spielen, um zumindest mittelfristig das Vegetationsaufkommen einschränken zu können.

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Umsetzungsphase 1
:  April - Mai 2021

          ~> Sandbank Nieder-Neundorf
Das Freistellen stellt einmal mehr eine sehr anspruchsvolle Arbeit dar. Zur möglichst schonenden Bearbeitung kann nur mit einfachen Mitteln (Spaten und Harke) die Vegetation entfernt werden. Freigestellte Bereiche werden aber recht schnell wieder durch die Spinnen besiedelt. Die recht kühlen Temperaturen in diesem Jahr führte zu eingeschränkten Aktivitäten der Tiere und sie konnten nicht so häufig, wie in den Vorjahren beobachtet werden.



Die Sandbank Anfang April mit Beginn der Pflegemaßnahmen. Winterhochwasser haben viel Astwerk, aber auch Sediment auf der Fläche abgelagert. Vor den eigentlichen Arbeiten musste die Fläche von diesen Ablagerungen befreit werden.



Die fortgeschrittenen Arbeiten im April. Im Vordergrund die wieder hergestellten offenen Sandbankstrukturen. Im Hintergrund die Ablagerungen aus dem Winter bestehend aus angespültem Astwerk, aber auch einen hohen Anteil an Haushaltsmüll. 

Bild links: Die Sandbank Ende April. Angesetztes Ziel war, ca. ein Drittel der gesamten Sandbank wieder freizustellen.
Bild rechts: Die Sandbank Anfang Juni, ca. 4 Wochen nach Abschluss der Arbeiten.

          ~> Sandbank Ungunst
Fördertechnisch bedingt lag auf dieser Sandbank eine einjährige Nutzungspause. Dadurch konnte sich die Vegetation gut erholen und musste wesentlich aufwändiger, im Vergleich zu Sandbank Nieder-Neundorf, vor allem von dichten Beständen des Rohrglanzgrases befreit werden. Die Maßnahmen auf dieser Sandbank schlossen sich Anfang Mai an die Pflegearbeiten auf der Sandbank Nieder-Neundorf an. .

Bild links: Die Sandbank Anfang Juni nach Abschluss der Arbeiten. Die komplette Fläche, mit Ausnahme schwer zugänglicher Uferbereiche, wurde gemäht und beräumt.
Bild rechts: Circa ein Drittel der nördlichen Sandbank konnten aufwändig vegetationsfrei gestellt werden.

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